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Kaufberatung Reiserad

Kaufberatung Reiserad

Reiseräder werden gern als Räder für Extremreisen bezeichnet. Doch ihr Einsatzzweck ist weit größer. Die Hauptanforderung ist der Transport von Gepäck. Dabei soll das Rad viel Gepäck dauerhaft vertragen können.
Damit das Gepäck gleichmässig verteilt werden kann, braucht das Reiserad einen “Lowrider”, einen Lastenträger für vorn.

Rahmenwahl

Als Rahmenmaterial kommt Aluminium oder Stahl zum Einsatz. Aluminium hat einen Gewichtsvorteil. Dafür bietet Stahl die höhere Festigkeit. In materialspezifischen Konstruktionen sind beide Materialien angebracht. Bei Rädern unter 1500 Euro hat ein Stahlrahmen grundsätzlich mehr Sicherheitsreserven.

Sicher und bequem radfahren.

Da Reiseräder für längere Touren eingesetzt werden, verbringt man viel Zeit im Sattel. Hier muß sich die Sitzposition gut anfühlen. Als Hilfestellung kann eine Grundeinstellung durch das Body Scanning System erfolgen.
Wichtig ist auch ein guter Kraftschluss zwischen Schuh und Pedal. Flächige Pedalen oder besser Systempedalen bieten eine gute Schuh-Pedal-Verbindung.
Beim Fahrverhalten ist ein guter Geradeauslauf und sicheres Kurvenverhalten wichtig.

Die Laufradgrösse

Zur Auswahl kommen 26” oder 28” Laufräder. Viele Fernreisende ziehen die 26”-Räder aus verschiedenen Gründen vor. Die stark strapazierten Laufräder sind durch den kleineren Durchmesser stabiler. Die Auswahl bestimmter Zubehörteile (z.B. Federgabeln, Breitreifen) ist besser und Ersatzteile wie Reifen und Felgen sind weltweit leichter zu bekommen. Im direkten Vergleich rollen 28”-Laufräder ruhiger, während 26” Laufräder leichter zu beschleunigen und wendiger sind.

Wartungsarmut

Wartungsfreiheit und robuste Komponenten stehen ebenfalls ganz oben auf der Anforderungsliste für ein Reiserad. Eine wichtige Rolle kommt stabilen Laufrädern und pannensicheren Reifen zu.Belastung durch das Gepäck erfordert hohe Stabilität bei Speichen und Felgen, Reifen sollten über gute Pannenschutzeinlagen und Seitenverstärkungen verfügen. Andere wichtige Sorgloskomponenten sind ein stabiler Gepäckträger, ein Nabendynamo und hydraulische Bremsen. Den wartungsärmsten Antrieb liefern Nabenschaltungen.
Als dauerhafte Schutzschicht für den Rahmen haben sich Pulverbeschichtungen bewährt.

Nicht nur eine Frage des Geldes

Letzte Frage: Was kostet so viel aufwendige Technik? Viele Räder mit klangvollen Namen kosten um die 2.000 Euro oder mehr. Der hohe Preis wird gerechtfertigt durch Kleinserien nach dem Baukastenprinzip,
Eine aufwendige Rahmenkonstruktionen, hochwertige Ausstattungen und eine perfekte Verarbeitung steigern das Fahrerlebnis. Hier liegt der Preis oberhalb von 2000 Euro. Doch wer nur mit viel Gepäck auf langen Strecken sicher fahren will, kann dies auch bei einer Investition um 1.500 Euro.

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DIE RICHTIGEN KOMPONENTEN

GEPÄCKTRÄGER: Hochwertige Modelle aus Stahl (Tubus) oder Alu (SL, Racktime) sind ein absolutes Muss. Sie sollten vorne mindestens 10 kg, hinten mindestens 25 kg Zuladung vertragen Wichtig dabei ist, dass der Träger an eigenen Ösen und möglichst ohne Distanzhülsen montiert ist. Bei Nutzung einer Federgabel sollte der Lownder zur gefederten Masse gehören (z. B Tubus Swing). Die Taschen sollten möglichst tief anzubringen sein (2. Packebene) Das verbessert den Schwerpunkt und damit die Fahrsicherheit.

SCHALTUNG: Nabenschaltungen sind wegen ihrer Wartungsfreiheit, der Schaltmöglichkeit im Stand und der simplen Bedienung erste Wahl. Die Referenz ist die 14-Gang-Rohloff-Nabe. Für überwiegend flache Touren kommen auch die SRAM i-Motion 9 (9-Gang)- und die Nexus Premium (8-Gang)-Nabenschaltung von Shimano m Frage. Leistungsstark, preisgünstiger, aber nicht ganz so wartungsarm sind hochwertige Kettenschaltungen (z B. Shimano LX/XT). Für Reisen mit bergigen Abschnitten empfehlen sich grosse Ritzelpakete (11 bis 34 Zahne) und MTB-Kurbeln (44 -32-22 Zahne).

LENKER: Sollte zugunsten guter Radkontrolle möglichst breit sein (mindestens 580 mm) und genug Platz für die Montage von Zubehör (Lenkertasche, Tacho) bieten. Dünne Modelle (25,4 mm) sind komfortabler als sogenannte Oversized-Varianten (31,8 mm). Ergonomische Griffe (z.B. Ergon, SQ-Lab) bieten Komfort und Sicherheit, Lenkerhörnchen sorgen für mehr Griffpositionen und helfen bei bergigen Touren

LAUFRÄDER: Stabilität und Haltbarkeit auf der einen, akzeptables Gewicht auf der anderen Seite sind gefragt. Das Rezept: Hochwertige, geöste Hohlkammerfelgen mit mindestens 32 Speichen und leicht laufende, gedichtete Naben (DT-Swiss, Shimano LX/XT) verwenden.

REIFEN: Das Wichtigste ist ein Top-Pannenschutz. Eine Möglichkeit sind Reifen mit dicker Schutzeinlage aus Kautschuk (Schwalbe Marathon Plus). Weniger Rollwiderstand und ein geschmeidigeres Abrollverhalten haben Faltreifen mit einem Pannenschutzgewebe aus Vectran oder Kevlar. Das geringere Gewicht wirkt sich am rotierenden Laufrad doppelt aus. (z.B. Marathon XR).

BREMSEN: Reiseradbremsen sollten viel Leistung und gute Dosierbarkeit bei geringem Wartungsaufwand besitzen. V-Brakes (z. B Shimano LX/XT, Avid Single Digit) sind leicht und gut. Bessere Bremsleistung jedoch erzielen hydraulische Felgenbremsen (z.B. Magura HS-11/HS-33). Sie sind zudem wartungsarm. Noch eine Spur leistungsfähiger, vor allem bei Nasse, sind hydraulische Scheibenbremsen (z.B Magura, Avid). Für schwere Fahrer (Bremsscheiben 200 mm) oder Gebirgstouren mit Gepäck eine klare Empfehlung.

BELEUCHTUNG: Hell, wartungsarm und StVZO-konform. Ein guter, langlebiger Scheinwerfer mit LED-Leuchte und hoher Lichtleistung bis 40 Lux (z B B&M Fly-IQ) ermöglicht auch im Dunkeln eine sichere Reise. Tipp: Wer sein Licht auch am Tag anlässt, wird im Verkehr viel besser wahrgenommen. Fernreisende setzen hinten oft auf eine batteriebetriebene IED Rückleuchte, das spart die empfindliche Kabelführung, entspricht aber nicht der Straßenverkehrsordnung.

WETTERSCHUTZ: Schutzbleche sollten möglichst breit und lang sein, einen ausreichend großen  Abstand zum Reifen und für mehr Wetterschutz große Schmutzlappen als Abschlüsse haben. Für Nabenschaltungen (Rohloff, Shimano, SRAM) lohnt sich ein gekapselter Kettenschutz (z.B. Hebie Chainglider), der die Lebensdauer von Ritzeln und Kette verlängert. Normale Kettenkasten schützen die Bekleidung, sind aber nicht immer robust. Die Kettenschutzringe am Kettenrad sind oft die bessere Losung.

FEDERUNG: Komfort ist besonders auf langen Reisen ein unschätzbarer Wert. Eine konsequent auf Gepäcktransport ausgelegte Vollfederung (Gepäck gehört zur gefederten Masse) bietet hier das Optimum an Federweg und Fahrdynamik.
Alternativ und kostengünstiger ist eine hochwertige Federgabel (mindestens 60 mm Federweg), kombiniert mit einer gefederten Sattelstütze ( Airwings)
Unterstützend wirken können auch breite Reifen, die einige Schläge wegschlucken.

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