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Bremssysteme
Jedes Bremssystem ist anders. Bei einem Wechsel des Bremssystems müssen Sie sich eventuell umgewöhnen:
- Wenn Sie bisher eine Felgenbremse mit Seilzug hatten, sind Sie vielleicht überrascht, daß die Hydraulikbremse so wenig Handdruck zum Bremsen benötigt.
- Wer von der Rücktrittbremse auf Handbremse umsteigt kann erschrecken, wenn der Tritt nach hinten ins Leere geht.
Hydraulische Bremse
Die Hydraulikbremse ist ein Meilenstein in der Entwicklung von sicheren und komfortablen Fahrradbremsen. Der schwäbische Hersteller Magura hat diese Innovation 1987 auf den Markt gebracht. Eine Öl-Leitung ersetzt die Bowdenzüge herkömmlicher Felgenbremsen. Es gibt praktisch keine Alterung und Reibung im Zug, welche die Bremsleistung verschlechtert, sie kann jahrelang einsatzfähig bleiben. Biegungen oder Kurven in der Bremsleitung beeinflussen das Bremsergebnis nicht. Wenig Handkraft Das geschlossene Hydrauliksystem überträgt die Handkraft beim Bremsen durch Öldruck auf beide Bremsbeläge. Die aufgewendete Kraft am Hebel wird schnell und wirkungsvoll auf die Felge übertragen. Der Krafteinsatz Ihrer Hand ist erheblich geringer als bei jeder Bremse mit Bowdenzug (z.B. V-Brake). Das erleichtert das Bremsen und erfreut besonders Menschen mit weniger Kraft in den Händen. Bei Dauerbremsung in langen Abfahrten gibt es hier keine verkrampften Finger mehr. Sie läßt sich sogar so leicht bedienen, dass Sie bergab mit nur einer Hand bremsen und dabei noch Handzeichen geben können. Wartungsarm Das gesamte Hydrauliksystem benötigt wenig Wartung, denn es arbeitet mit Mineralöl. Das verliert im Gegensatz zur Bremsflüssigkeit (die bei Auto und Motorrad verwendet wird) sein Volumen nicht und altert nicht, muss also sehr selten gewechselt werden. Klingt unglaublich, ist aber wahr! Sind die Bremsgummis etwas abgefahren, muss der Druck nachgestellt werden. Das geht einfach am Bremsgriff. Sieht man die Einkerbung an den Bremsgummis nicht mehr, müssen diese ausgetauscht werden. Bitte nur die schwarzen, weichen Gummis verwenden, die schärferen greifen Ihre Felgen an. Unsere Empfehlung Bei Rädern mit abgesenktem Oberrohr oder Durchstieg muss das Kabel zuerst nach unten und dann wieder nach oben geführt werden. Durch die Kurven lässt die Bremskraft hinten gefährlich nach. In diesem Fall sollten Sie unbedingt die Hydraulikbremse Wählen.
Felgenbremsen
Wir bieten die HS33 von Magura. Durch andere Kolben und Griffe, die bessere Variante.
Der Bremshebel ist aus kalt geschmiedetem Aluminium und ein stark geschwungener, mattschwarzer 2-Finger Hebel
- Der Geberzylinder hat hier einen Durchmesser von nur 14 mm. Damit ist die Bremsleistung um ca. 10% stärker als bei der einfachen Variante HS11.
- Auf dem Bremshebel sitzt ein kleines rotes Stellrad (Turbo Pad Adjuster), mit dem die Bremsklötze ohne Werkzeug sogar während der Fahrt nachgestellt werden können.
Scheibenbremse
Vom Auto und Motorrad sind Sie gewohnt, dass Scheibenbremsen (fast) immer funktionieren und wenig Wartung benötigen. Genau so ist es beim Fahrrad leider nicht. Bremsscheibe und Bremsbeläge müssen aus Gewichtsgründen erheblich dünner sein als beim KFZ. Diese leichte Konstruktion macht die Scheibenbremse empfindlicher.
Vorteile
- Die Scheibenbremse besitzt grössere Bremskräfte als die Felgenbremse
- Die Bremskraft ist unabhängig vom Wetter.
- Im Winter ist sie jeder Felgenbremse überlegen.
- Wichtig für das richtige Funktionieren der Scheibenbremse ist, dass Bremskörper und Bremsscheibe immer parallel, also möglichst schleiffrei zueinander stehen.
Nachteile
- Die Scheibenbremse schleift, wenn sie nicht ganz korrekt eingestellt ist.
- Je nach Luftfeuchtigkeit neigen Scheibenbremsen zum Quietschen.
- Bei langen Bergabfahrten kann es zu starker Hitzeentwicklung kommen (Achtung: Scheibe nicht berühren) und leichte Verformungen in der Bremsscheibe geben.
- Die Scheibenbremsen beim Fahrrad sind noch weit davon entfernt, so wartungsarm wie bei motorisierten Fahrzeugen zu sein. Ein gewisses technischen Verständnis sollten Sie bei dieser Bremse auf jeden Fall haben, regelmässige Inspektion in der Fachwerkstatt müssen selbstverständlich sein. Verschleissteile wie Bremsscheiben sind eher kostspielig.
Unsere Empfehlung Trotz unserer Einschränkungen gibt es Gründe für die Scheibenbremse:
- Für Radtouristiker mit Gepäck, die gerne schnell fahren und hart stoppen wollen, ist die Scheibenbremse von Vorteil.
- Sie bringt die höchste Bremskraft, ist also optimal bei kräftigem Gewicht oder Fahren mit Anhänger. Doch Vorsicht: Man muss sich an den Umgang mit solchen «zupackenden» Bremsen erst gewöhnen.
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